Staatlich anerkannte Logopädin, staatlich anerkannter Logopäde

Berufsbild

Logopädinnen und Logopäden arbeiten im Bereich des Gesundheitswesens und gehören zu den nicht-ärztlichen Medizinalfachberufen.

Logopädin

Aufgaben

Logopädinnen und Logopäden beschäftigen sich mit allen Formen der Kommunikation und deren Störungen, beispielsweise mit der:

  • ausführlichen Diagnostik mit logopädischer Diagnosestellung
  • Therapie der Patienten mithilfe geeigneter therapeutischer Verfahren
  • Entwicklung individueller Therapiepläne für Menschen jedes Alters mit Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen, die organisch oder funktionell verursacht sind, sowie Hörstörungen und zentral auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen.
  • Die Beratung der Betroffenen, der Eltern und der Angehörigen gehört ebenfalls zu ihren Aufgaben.
  • Prävention im Bereich Sprache und Stimme ist ein weiteres Aufgabengebiet.

Ausbildung

Es handelt sich um eine Vollzeitausbildung mit zirka 32 Unterrichtsstunden pro Woche. Zusätzlich müssen im Verlauf der Ausbildung fünf externe Praktika absolviert werden. Die Ausbildung schließt nach drei Jahren mit einer staatlichen Prüfung ab. Sie besteht aus einem praktischen, schriftlichen und mündlichen Teil.

Theoretische Ausbildung

Die dreijährige Ausbildung umfasst mindestens 1.740 Stunden theoretischen Unterricht in folgenden Fachbereichen:

Schule für Logopädie
  • Logopädie
  • Phoniatrie
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
  • Audiologie, Pädaudiologie
  • Anatomie, Physiologie, Pathologie
  • Phonetik, Linguistik
  • Pädiatrie, Neuropädiatrie
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie
  • Kieferorthopädie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
  • Elektro-Hörgeräteakustik
  • Soziologie
  • Aphasiologie
  • Psychologie, klinische Psychologie
  • Pädagogik, Sonderpädagogik
  • Berufs-, Gesetzes- und Staatsbürgerkunde
  • Stimmbildung
  • Sprecherziehung

Praktische Ausbildung

Die praktische Ausbildung umfasst zirka 2.100 Stunden.

Die Schule für Logopädie befindet sich in der Kopfklinik des Universitätsklinikums Heidelberg und gewährleistet somit eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis.

Im praktischen Unterricht werden die Schülerinnen und Schüler gezielt und individuell auf die Arbeit mit Patienten vorbereitet. Sie diagnostizieren und therapieren ambulante und stationäre Patienten aus verschiedenen Abteilungen und Kliniken (beispielsweise Phoniatrie, Neurologie, HNO, Radiologie). Die Diagnostiken und Therapien werden engmaschig von der jeweiligen Fachlehrlogopädin supervidiert.

Regelmäßige Hospitationen bei allen Störungsbildern während der gesamten Ausbildung sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil.

Musiktherapie, psychologische Selbsterfahrung und Gesprächsführungstechniken sind weitere Ausbildungsinhalte.

Logopädin mit Patient

Ausbildungsbeginn, Voraussetzungen, Bewerbung

Die Ausbildung beginnt am 1. Oktober.

Zur Berufseignung gehören:

  • fehlerfreie Artikulation
  • belastbare Stimme
  • gute Musikalität und rhythmisches Empfinden
  • körperliche und psychische Belastbarkeit
  • Einfühlungsvermögen
  • kritische Urteilsfähigkeit
  • sprachliche Ausdrucksgewandtheit
  • normales Seh- und Hörvermögen

Voraussetzung für den Zugang zur Ausbildung:

  • Hauptschulabschluss mit abgeschlossener zweijähriger Berufsausbildung oder
  • Mittlerer Bildungsabschluss oder
  • Fachhochschulreife oder
  • Allgemeine Hochschulreife
  • Gesundheitliche Eignung und Nachweis der Immunität gegen Masern, Mumps, Röteln, Windpocken und Pertussis

Die überwiegende Zahl unserer Schülerinnen und Schüler verfügt über Allgemeine Hochschulreife. Erfahrungen im medizinischen und/oder sozialpädagogischen Bereich sind wünschenswert.

Bewerbungszeitraum ist ausschließlich vom 1. Dezember bis 15 Februar.

Bewerbungsunterlagen:

Bitte fügen Sie Ihrem Aufnahmeantrag folgende Unterlagen bei:

  • Allgemeines Bewerbungsschreiben
  • Foto (Rückseite mit Namen)
  • tabellarischer Lebenslauf
  • Begründung der Berufsmotivation
  • letztes Schulzeugnis, ggf. Zwischenzeugnis in Kopie
  • Arbeitszeugnisse/Beurteilungen über Praktika in Kopie
  • HNO-Befund
  • adressierter und frankierter Rückumschlag, falls die Rücksendung der Bewerbungsunterlagen gewünscht wird

Bitte fügen Sie keine Originale bei.

Wenn Sie Schulzeugnisse außerhalb Deutschlands erworben haben, müssen diese durch eine Behörde in das deutsche Notensystem transponiert werden. Fremdsprachige Unterlagen müssen übersetzt und beglaubigt sein.

Senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen mit dem Aufnahmeantrag an folgende Adresse:

Akademie für Gesundheitsberufe Heidelberg
Schule für Logopädie am Universitätsklinikum Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 400
69120 Heidelberg

Für Nachfragen:
Telefon 06221 56-7236
Telefax 06221 56-5732
E-Mail: afg.logopaedie@med.uni-heidelberg.de

Eignungstest

Der Eignungstest findet jeweils im März mit folgenden Inhalten statt:

  • Vorstellungsrunde in der Großgruppe mit Bewerberinnen und Bewerbern und Lehrlogopädinnen
  • Einzelgespräch
  • Überprüfung der Stimme und Musikalität
  • Kleingruppenarbeit zu einem Thema
  • Schreiben eines Aufsatzes

Vereinbarungen zur Ausbildung

  • Sie haben rund zehn Wochen Ferien pro Jahr.
  • Wir erheben kein Schulgeld
  • Kosten für Bücher, Lehrmittel und Arbeitsmaterial müssen Sie selbst tragen
  • günstige Verpflegungsmöglichkeiten sind gegeben
  • Die Ausbildung ist förderungsfähig nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG)
  • Sie können in kliniknahen Personalwohnheimen wohnen

Perspektiven

Logopädinnen und Logopäden arbeiten

  • als Selbständige in eigener Praxis bzw. Praxisgemeinschaften
  • als freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder als Angestellte in logopädischen Praxen
  • in Arztpraxen
  • in Kliniken
  • in Rehabilitationseinrichtungen
  • in Therapiezentren
  • in Frühfördereinrichtungen
  • in sonderpädagogischen Einrichtungen
  • als Lehrlogopädinnen oder Lehrlogopäden an Schulen für Logopädie (eine Zertifizierung nach den Richtlinien des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie (dbl) ist notwendig)
  • Logopädinnen und Logopäden mit Bachelor- oder Masterabschluss können zusätzlich in Wissenschaft und Forschung tätig sein